Gedichte & ...
Nur ein Akrostichon
Mondnacht
Monatelang
orakelte
Neptun.
Das Ergebnis, das ist schlicht:
Nevertheless –
Alle abenteuerlustigen
Continentalstürmer
haben
Träume, du etwa nicht? Wie
mag er es – so
oft er kann – im
nassen Element Wellen zu schlagen und
den in der
Nacht
aufsteigenden
Cumuluswolken hinterherzujagen. Unnachahmliches
Hochgefühl beim Schleudern des Dreizack. Jeder
Treffer Donner und Blitz! Oh weh
massive
Orkanstürme – das ist kein Witz.
Neptun!
Du
närrischer
Abenteurer!
Cheerio, Cupido!! Hast du denn keine Angst vor einer
Horizontalplattenverschiebung. Bist du denn
toll?
Oder hat dich die Mondnacht
vielleicht auch verrückt gemacht?
Habt ihr auch immer wieder diese skurril verunstalteten Nachrichten, weil man auf Senden drückt, bevor man den Text auf die Eigenwilligkeiten der Texterkennung überprüft hat? Mich hat das zu dem folgenden Gedicht inspiriert.
Freundschaft
ich schreibe sich und meine dich
oder Frühling und fühle Herbst
ich heißt du
immerzu
greift die Spracherkennung nach Scherzen
doch du liest mich mit dem Herzen
dem deinen
du hast es gesagt
und so bin ich im Reinen
mit mir oder dir
das ist egal
denn nur für den
der nicht versteht
ist diese Verwechslung fatal
Hoffnung …
Es knistert im Kamin
es knirscht der Schnee
Eisblumen am Fenster tauend knacksen
Weihnachtszeit, Wunderzeit …
dass Liebe herrsche weit und breit,
dass wir zusammen wachsen
Herzensdinge
Anliegen, also Dinge, die man gerne tut,
die am Herzen liegen, so hab‘ ich das verstanden.
Man lässt nicht locker, will’s so haben, wie man’s haben will-
weil Herzensding und so …
Beharrlich treibt man sie voran, die Dinge –
ich will das so und jetzt und gleich –
Mit Leidenschaft zieht man an allen anderen vorbei,
doch irgendwann
das Staunen, dass man gerade die verloren,
die einem eben noch am Herzen lagen.
Die haben oft ganz andre Dinge, die sie freuen, die sie quälen.
Herzensdinge eben
Schachteln
ich bin anders als du
das macht mich aus
und du, du bist anders als ich
das macht dich aus.
so mag ich dich
so mag ich mich
so magst du dich
so magst du mich
Das hoffe ich!
Interpunktion
Ein Punkt machte Schluss
nachdem er vorher fragte,
was das Ausrufezeichen nicht zu sagen wagte.
Das Komma nahm ihm die Sache
ganz fürchterlich krumm.
Und auch das Semikolon fragt nur
Warum, warum nur, warum?
Heute
Kein Verlass auf eiserne Gedanken
Erwachte heute, halb acht, dachte,
schon wieder so ein Tag.
nichts fliegt mich an,
kein Gedanke weit und breit.
Ein Herbsttag, verhalten, grau
doch dann …
wo eben noch Wolken schwebten,
sah ich eine Feder am Fenster kleben
wohl ein Vogel gegen die Scheibe geflogen,
weiß nicht, wann.
Denke, wo kam er her, wo fliegt er hin
schweife ab und bin
ganz in meinen Gedanken drin.
Noch so ein Wunder
Tausende Sterne,
des Mondes fahles Licht.
Ich liege im Moos
so ganz tief allein und
fühl der Erde sanftes Beben.
Zwischen den Baumwipfeln
eine Ahnung von Himmel.
In der Nacht ist er grau,
und sich jagende Wolkenfetzen.
Kaum wag ich das Atmen und
staune stattdessen, wie schon so oft,
dass wir Menschen nicht in das Weltall fallen,
dass wir nicht taumeln, nicht torkeln, nicht trudeln,
weil unser Planet
sich ständig in den Kreisen dreht.
Was ist es, was hält, und warum?
Denn geht es nicht immer und immer
nur um die eigene Achse herum.
Ein Wunder ist das.
Ganz und gar
gefährlich
ja wild
so will ich leben
will riskieren
alles zu geben
oder alles zu verlieren
denn ist nicht alles
nur eine andre Form von nichts
die Sehnsucht zieht
und hält
und überwindet
es gibt keine Ewigkeit
geboren im Jetzt
will ich radikal leben
jeden Augenblick
heute
Transformation oder
das frische Grün des Frühlings –
vergänglich
grün, rot, gelb und braun –
vergänglich
alles Vergängliche
reine Energie
nie nicht kann Neues passieren
ohne den modrigen Schmodder.
Neuer Anfang
das frische Grün des Frühlings –
vergänglich
grün, rot, gelb und braun –
vergänglich
… Neuanfang